Poetry Slam im Morphclub Bamberg
Poetry Slam im Morphclub Bamberg

Poetry Slam im Morphclub Bamberg

Die Auferstehung des Morphclub-Poetry-Slams zwischen Tauchgängen, Abschieden und verhedderten Schnürsenkeln

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Vom 26. Februar bis 01. März 2026 wurde im Vereinshain Bamberg der Morphclub wiederbelebt. Zwischen Live-Musik und DJs fand am Sonntag, dem 01. März 2026 auch ein Poetry Slam im Stil von 2004 seinen Platz. Während Christian Ritter (Moderation) zwischen Weißwein und Pommesduft in Erinnerungen schwelgt, wagen sich zwölf Slammer*innen trotz der alten, harten Regeln ins Rampenlicht. Unter ihnen: Einige erfahrene Slammer*innen, einige Kurzentschlossene und sogar eine Neueinsteigerin – teils von weit her angereist, teils lokale Vertreter*innen. Sie alle fassten den Mut, sich auf die öffentliche Liste am Eingang zu schreiben, um einen maximal sechs Minuten und 30 Sekunden langen Beitrag vorzutragen. Wer überzog, wurde vom ehemaligen Handball-Schiedsrichter abgepfiffen und mit Jazzklängen von DJ Karacho übertönt.

Um die kurze Aufmerksamkeitsspanne des Publikums nicht zu überfordern, teilte Ritter das Programm in zwei angenehme „Vorrunden-Häppchen“ und ein Zweierfinale. Die Reihenfolge der Texte wurde im Laufe des Slams von den Losfeen und -elfen der ersten Reihe ermittelt, ebenso wie die Punktzahl für den jeweiligen Text. Der Abend war geprägt von einer hohen thematischen Vielfalt – von Texten über Tauchgänge, Abschiede, das Grundgesetz, Geschlechtsverkehr im Wald und verhedderte Schnürsenkel in Fahrradpedalen war alles dabei.

Nach dem ersten „Vorrunden-Häppchen“ erfolgte eine Publikumsabstimmung mit traditionell körpernaher Abstimmungsmethode. Alle Zuschauer*innen bekamen dazu je eine Wäscheklammer und sollte diese am Körper der Person anbringen, die ihrer Meinung nach den besten Text vorgetragen hat. Nach der zweiten Vorrunde wiederholte sich dieser Vorgang. In beiden Vorrunden konnten alle Slammer*innen mindestens eine Wäschekammer für sich gewinnen, aber die Entscheidung fiel am Ende zwischen zwei Personen. Mit einem knappen Vorrundensieg konnten Marvin Suckut aus Stuttgart und Daniel Wagner aus Heidelberg ins Finale einziehen. Ihre humorvollen und erotischen Texte begeisterten die Menge und sorgten für laute Lacher. Im Finale triumphierte Daniel Wagner – trotz Niederlage beim Schnick-Schnack-Schnuck, um die Reihenfolge der Vorträge zu entscheiden – mit seinem Text über Kindererziehung und Waldkindergärten. Er sicherte sich damit nicht nur Ruhm und Ehre, sondern konnte sich auch über das dreistellige Preisgeld und andere Nettigkeiten freuen, die das Publikum in einen Bamberger Souvenir-Beutel legte. Das Wiederaufleben der alten Traditionen erwies sich als voller Erfolg.

von Jasmin Fuchs

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