Candice Carty-Williams – Queenie
Candice Carty-Williams – Queenie

Candice Carty-Williams – Queenie

Schöne Grundidee, die mich aber leider nicht begeistern konnte

Hochgelobt wurde der Debütroman Carty-Williams in der Presse. Oft fielen im Zusammenhang mit dem Roman die Worte einer „Schwarzen Bridget Jones“. Als große Bridget Jones-Liebhaberin hat mich das natürlich direkt angesprochen. Zudem finde ich es sehr wichtig, dass in Büchern auch zunehmend People of Color Platz finden.

In dem Roman geht es nämlich um die junge Frau Queenie. So wirklich zufrieden ist sie mit ihrem aktuellen Leben nicht: In der Zeitungsredaktion, bei der sie arbeitet, vertrödelt sie eher die Zeit, anstatt über wichtige Themen wie „Black Lives Matter“ zu schreiben und auch in ihrem Liebesleben läuft es für sie nicht so rund. Queenie begibt sich auf der Suche nach dem Leben, das sie will, und kämpft sich durch die „Datinghölle“.

So erwartungsvoll ich mich auf den Roman freute, so tief wurde ich leider enttäuscht. Vielleicht war gerade der Fehler, dass ich das gleiche Gefühl beim Lesen wie bei „Bridget Jones“ erwartete. Dies wurde jedoch dadurch verhindert, dass ich mich mit Queenie schlecht identifizieren konnte. Sie wirkte auf mich irgendwie unnahbarer und mir fehlte irgendwie der gewisse spritzige Funken in ihrer Persönlichkeit. Gleich zu Beginn werden nur ihre Probleme thematisiert, aber nicht auf eine humorvolle Weise wie ich es von anderen Frauenromanen gewohnt war.

Ich finde es zwar sehr schön, dass der Roman so realistisch ist und nichts unnötig beschönigt (z.B. beginnt die Geschichte gleich bei der Frauenarztpraxis), aber der Humor hat mir irgendwie gefehlt oder zumindest nicht meinen Humor getroffen.

Dementsprechend fand ich es schwierig mich in die Geschichte einzufinden und unternahm mehrere Versuche, weil ich das Buch doch wie die ganzen begeisterten Kritiker:innen auch lieben wollte. Doch bei mir machte es leider die ganze Zeit nicht „Klick“ mit Queenie und ich musste mich so sehr zwingen, das Buch zu lesen, dass ich es schlussendlich abgebrochen habe.

Ist dadurch Queenie ein schlechtes Buch? Das glaube ich nicht unbedingt und ich kann mir sogar gut vorstellen, dass viele Personen sehr viel Spaß daran haben werden. Ich konnte mich nur leider gar nicht mit der Protagonistin identifizieren, was gerade bei so einer Art von Roman sehr wichtig ist. Zudem bin ich leider mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen, hätte ich den Roman einfach ohne jegliches Vorwissen gelesen, hätte es vermutlich mehr zugesagt.

von Lisa-Marie Mines

Candice Carty-Williams
Queenie
Blumenbar Verlag 2020
544 Seiten
22 Euro

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