„Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ Galater 5,1
—
Dieser etwas sperrig formulierten Aussage aus dem Galaterbrief nährt sich Anna Hofacker in ihrem Bibellesebuch zu Galater & Philipper aus der Reihe Wortweise, welche von Tabea Tacke herausgegeben wird. Sie setzt sich auf zeitgemäße Art und Weise mit den Bibeltexten auseinander und macht sie durch zahlreiche Worterklärungen, Hintergrundinformationen und alltagsnahe Beispiele zugänglich. Wie der Titel vermuten lässt, gliedert sich der Band in zwei Teile, wobei zuerst der Galater- und anschließender der Philipperbrief beleuchtet wird. Beide Teile lassen sich auch unabhängig voneinander lesen.
Interessant ist die theologische Gegenüberstellung mehrere Lesarten. So wird beispielsweise bei der Frage von Gesetz oder Gnade nicht nur die reformatorische Theologie erwähnt, sondern auch nach dem ursprünglich jüdischen Kontext gefragt. Der dargestellte Überblick über beide Perspektiven ist sehr hilfreich, um sich eine eigene Meinung zu bilden oder bereits vorhandene Standpunkte zu hinterfragen und neu zu verstehen.
„Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Philipper 2, 8-11 (Luther)
Im zweiten Teil, also den Ausführungen zum Philipperbrief, ist ein Exkurs zu Hymnen in der Bibel enthalten. Dabei wird unter anderem auch auf Textstellen aus dem Johannesevangelium, dem Epheser-, Kolosser- und Hebräerbrief eingegangen. Dadurch wird eine Einordnung des Philipperbriefs in das Gesamtwerk der Bibel vorgenommen und es erfolgt ein Vorgriff auf mögliche Folgebände von Wortweise. Interessant wird später die Frage, ob die Autor*innen der Bibellesebücher zu diesen Briefen – welche hoffentlich geschrieben werden – die hier vorgenommenen Leitunterscheidungen übernehmen oder eigene Perspektiven einnehmen.
„Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ Galater 6, 14 (Luther)
Lobend hervorzuheben ist auch diesmal wieder die sehr gelungene Gestaltung, welche von Franka Röhm übernommen wurde. Übersichtliche Karten und hilfreiche Grafiken machen den Inhalt anschaulich und leicht zugänglich. Durch die dezente und passende Farbgestaltung wird eine angenehme Blickführung ermöglicht, trotz des abwechslungsreichen Seitenlayouts. Besonders hilfreich sind die farbliche Markierung auf der Karte zu den Missionsreisen von Paulus, welche im Gegensatz zu zahlreichen Darstellungen in verschiedenen Bibeln sehr gut nachvollziehbar ist.
Insgesamt kann eine klare Empfehlung für Das Bibellesebuch zu Galater & Philipper ausgesprochen werden und es wächst die Vorfreude auf weitere Bände.
von Jasmin Fuchs

Anna Hofacker
Das Bibellesebuch zu Galater & Philipper
R. Brockhaus 2025
112 Seiten
18,00 Euro
ISBN 9783417020601