Eine Hommage an die Alpen
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CW: Unfälle, Tod
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In Gipfelstürmer von Uli Auffermann erzählen fünfzig Personen in Wort und Bild von ihren Lieblingsbergen. Dabei sind jeder Person beziehungsweise jedem Berg vier Seiten gewidmet, sodass eine Reihe von Kurzportraits entsteht. Trotz des sehr begrenzten Platzes sind im Buch zahlreiche, zum Teil auch großformatige Bilder abgedruckt. Durch den gelungenen Buchsatz fügt sich beides wunderbar zusammen. Die einzelnen Kapitel lassen sich unabhängig voneinander lesen und entfalten jeweils ihre eigene Wirkung.
Das Buch bietet insgesamt einen interessanten Überblick über verschiedenste Berge. Dabei werde gleichermaßen weltbekannte Gipfel wie versteckte Juwelen vorgestellt. Durch die Mischung aus Alpinist*innen unterschiedlichen Alters lernt man außerdem diverse Klettertechniken vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute kennen. Lobend hervorzuheben ist auch, dass zahlreiche Frauen erwähnt werden, obwohl der Klettersport lange Zeit von Männern dominiert wurde. Eindrücklich ist ebenfalls das Portrait über Andy Holzer, welcher als blinder Kletterer eine ganz eigene Perspektive mit einbringt.
Obwohl zahlreiche Faktoren zusammenkommen müssen, damit ein Berg zu einem Lieblingsberg wird, macht das Buch Gipfelstürmer unmissverständlich klar: Persönliche Erlebnisse und emotionale Verbundenheit sind entscheidend. Auch Erfolge spielen eine große Rolle, werden aber ganz unterschiedlich definiert. Dazu gehören selbstverständlich Erstbegehungen und Rekordzeiten. Aber auch besondere Familienerlebnisse können zum Erfolg werden. Obwohl einige Berge von mehreren Personen als Favorit benannt werden, sind die Gründe für die Auswahl signifikant unterschiedlich.
Insgesamt ist Gipfelstürmer ein gelungenes Buch, welches für alle, die sich für den Klettersport und die Berge interessieren, sehr zu empfehlen ist.
von Jasmin Fuchs

Uli Auffermann
Gipfelstürmer
Bruckmann 2025
224 Seiten
24,99 Euro
ISBN 978-3-7343-3218-0