Leah Weigand – Das Gold in den Fugen
Leah Weigand – Das Gold in den Fugen

Leah Weigand – Das Gold in den Fugen

Kann man Hoffnung haben?

Leah Weigand wurde durch ihren Poetry Slam Ungepflegt über Nacht berühmt. Ihr Gedichtband Ein wenig mehr Wir greift diesen thematischen Impuls auf und wurde zum Spiegel-Bestseller. Auch in ihrem zweiten Gedichtband Das Gold in den Fugen klingen Aspekte aus dem Gesundheitswesen an und Weigand erzählt als ihrem Alltag als Pflegekraft und Medizinstudentin.

In einer bunten Mischung aus einzelnen Reimen, kurzen Gedichten und kleinen Geschichten teilt Weigand zwischen Krieg und Krise Momente der Hoffnung. Sie schreibt von Zuversicht und dem Mut, sich für das Gute zu entscheiden. In sechs Themenblöcken sucht sie auf vielfältige Weise nach dem Dazwischen – zwischen Losgehen und Ankommen, Sein und Bleiben, Aufgeben und dem Gegenteil, Wut und Liebe, dir und mir, Nacht und Tag.

„Im Angesicht einer harten Welt ist das wohl Dringlichste ein weiches Herz.“

Ihre Worte werden zum Stöckchen im Rad der Verzweiflung. Sie bieten echten Halt, obwohl sie auf den ersten Blick wie Strohhalme wirken. Weigand gelingt es, einen neuen Blick auf Alltägliches zu schenken und ermutigt dazu, nach der Schönheit des Lebens Ausschau zu halten. Ihr präzisen Beobachtungen verpackt in schlichte und doch poetische Sprache erinnern an die Lyrik von der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko.

Lobend hervorzuheben ist die gelungene Gesamtgestaltung aus Text und schlichten Line-Art-Illustrationen, welche durch den spielerischen Buchsatz optimal abgerundet wird. Weigands neuer Gedichtband ist ein sehr lesenswertes kleines Büchlein, welches durch Tiefgang und Leichtigkeit überzeugt. Schnell merkt man: Da ist wirklich Gold in den Fugen.

von Jasmin Fuchs

Leah Weigand
Das Gold in den Fugen
Knaur HC 2026
160 Seiten
20,00 Euro
ISBN 978-3-426-56805-7

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert