Gabriel Zucmann – Reichensteuer
Gabriel Zucmann – Reichensteuer

Gabriel Zucmann – Reichensteuer

„Das Naheliegende zu sehen, dauert manchmal am längsten“

Das neue Sachbuch Reichensteuer vom französischen Autor Gabriel Zucman, welcher zugleich Professor für Wirtschaftswissenschaften in Paris und Leiter der Europäischen Beobachtungsstelle zur Steuerpolitik ist, erklärt, warum Milliardär*innen zu wenig Steuern zahlen und wie man das ändern kann.

Zucman plädiert für eine Mindeststeuer von 2% für Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar, denn diese Maßnahme könnte, laut seinen Schätzungen, weltweit jährlich 300 bis 380 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen generieren und für die konsequente Umsetzung des Gleichbehandlungsgesetztes sorgen.

Diese klare Empfehlung steht am Ende des gerade mal 63 Seiten starken Büchleins und basiert auf einer stringenten Analyse von bisherigen Steuerstrategien und -lücken. Zucman greift systematisch verschiedene Probleme auf und ordnet sie in den historischen Kontext ein, bevor er Lösungsvorschläge aufzeigt.  Dank seiner permanent internationalen Vergleiche und der transparenten Benennung von französischen Besonderheiten gelingt es Zucman, seine Ideen auch für Deutschland anschlussfähig zu machen. Sein Ansatz fokussiert sich zwar auf den europäischen Kontext sowie die USA, macht aber daran exemplarisch deutlich: Echte Steuergerechtigkeit braucht globale Lösungen.

Insgesamt handelt es sich um einen komplexen Essay, welcher beim Lesen einiges an Konzentration abverlangt, einen aber mit interessanten Erkenntnissen belohnt und eine sehr stabile Diskussionsgrundlage bietet.

von Jasmin Fuchs

Gabriel Zucman
Reichensteuer
Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff
Suhrkamp 2026
63 Seiten
12,00 Euro
ISBN 978-3-518-00138-7

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