Louise K. Blight – Die Pinguinforscherin
Louise K. Blight – Die Pinguinforscherin

Louise K. Blight – Die Pinguinforscherin

Kalt, windgepeitscht, unzugänglich

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CW: Tod

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Die Naturwissenschaftlerin Dr. Louisa K. Blight reiste in eine der entlegensten Gegenden der Welt, um deren Bewohnerinnen zu erforschen: die Adéliepinguine in der Antarktis. Wer erwartet, dass es sich bei Die Pinguinforscherin um einen eintönigen Bericht über immer gleiche Tage handelt, wird vermutlich überrascht sein über die vielfältigen Landschaftsbeschreibungen, die zahlreichen Begegnungen mit anderen Forscher*innen und die abwechslungsreichen Tätigkeiten. 

Ergänzt werden die Berichte über den Alltag mit den Pinguinen durch zahlreiche Hintergrundinformationen zu verschiedenen Expeditionen von anderen Forscher*innen. Vielfach würdigt die Autorin deren Beiträge kritisch. Auch wenn dies einen klaren Mehrwert des Buches darstellt, können die vielen Randnotizen zu Beginn überfordern, gerade wenn man sich bisherig kaum mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Außerdem fällt es dadurch schwer, ein klares Bild von der Autorin zu bekommen.

„Ich fühle mich winzig in dieser endlosen Weite, aber es ist ein durchaus tröstliches Empfinden; als würde die Erkenntnis, wie marginal meine Existenz ist, auch meine Ängste, Sorgen und meinen Kummer auf ein erträgliches Maß schrumpfen lassen.“

Generell lässt sich sagen, dass Blight sehr im Außen ist und man erst in der zweiten Hälfte so richtig Einblick in ihr Innenleben bekommt. Gerade diese Passagen erweisen sich aber als besonders interessant. Eine klare Bereicherung ist, dass sie nicht nur über die Pinguine selbst schreibt, sondern detaillierte Einblicke in ihren Alltag aus der Forschungsstation gibt. Besonders schön zu sehen ist, wie sie ihre Pinguinforschung im Zusammenhang mit Umweltschutz und dem Klimawandel erklärt.

Blight schreibt meist sachlich und pragmatisch über die Vorgänge, hin und wieder gibt es aber auch fast schon poetische Passagen: „Die Schönheit des Panoramas trifft mich mit fast physischer Wucht. […] Ich bin versucht zu behaupten, dass all das hier unbeschreiblich ist, aber das stimmt nicht. Man kann Details beschreiben, indem man sich einzelnen Phänomenen zuwendet: der Silhouette der zerklüfteten dunklen Vulkanfelsen, die sich scharf gegen den blassen Himmel abzeichnen; dem spiegelglatten Ozean, in der Farbe changierend zwischen Milch und Rotkehlchen-Eiern, dazwischen die reinweißen, schwebenden Schollen des Packeises; der perfekten Form der Royal Society Range, die über dem McMurdo-Sund aufragt.“

„Im ersten Jahr kommt man wegen des Abenteuers, im zweiten wegen des Geldes und im dritten, weil man sich im Rest der Welt nicht mehr zurechtfindet.“

Trotz aller Herausforderungen, die die extreme Kälte, Isolation und die langen Arbeitszeiten mitbringen, spürt man zwischen den Zeilen ihre Lieben für die kalte Wildnis. Auf den letzten Seiten wird deshalb auch deutlich, wie schwer ihr der Abschied fällt, da sie nicht weiß, ob sie zurückkehren wird. Im Epilog erfährt man aber, dass sie danach erneut vor Ort war.

Auch wenn das Buch sicherlich nicht für jede*n etwas ist, handelt es sich um eine gelungene Lektüre, welche für alle Antarktisliebhaber*innen und Pinguinbegeisterte zu empfehlen ist.

von Jasmin Fuchs

Louise K. Blight
Die Pinguinforscherin
Knesebeck 2026
368 Seiten
22,00 Euro
ISBN 978-3-98962-080-3

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